Versorgungsqualität wird zunehmend daran gemessen, welchen konkreten Nutzen Gesundheitsleistungen für Patientinnen und Patienten erzielen.
Dieser Perspektivwechsel zeigt sich auch im Ansatz der Value-based Healthcare, bei dem nicht die erbrachte Leistung, sondern der erzielte Nutzen entscheidend ist. Instrumente wie Patient Reported Outcome Measures (PROMs) und Patient Reported Experience Measures (PREMs) ermöglichen es, diesen Nutzen direkt aus Sicht der Betroffenen zu erfassen.
Damit wird deutlich: Die Entwicklung moderner Gesundheitslösungen erfordert neben fachlicher Expertise vor allem ein tiefes Verständnis für Nutzungsbedarfe, Nutzungskontexte und patientenzentrierte Outcomes.
Co-Design beschreibt die systematische Einbindung aller relevanten Stakeholder in den Konzeptions-, Entwicklungs- und Evaluationsprozesses. Ziel ist es, Lösungen zu gestalten, die sich an realen Bedarfen orientieren und im Versorgungsalltag praktikabel sind.
Ein essenzieller Bestandteil ist die partizipative Anforderungserhebung, bei der Bedarfe strukturiert erhoben und in konkrete Spezifikationen (z. B. Lastenhefte) überführt werden. Darauf aufbauend begleiten wir die iterative Entwicklung und Gestaltung bis hin zur Evaluation – als durchgängigen, methodisch abgestimmten Prozess.
Ein zentraler Aspekt für die erfolgreiche Gestaltung von Gesundheitsinnovationen ist die Unterscheidung zwischen User Interface (UI) und User Experience (UX).
UI beschreibt die sichtbare Gestaltung der Benutzeroberfläche, UX das gesamte Nutzungserlebnis, einschließlich Verständlichkeit, Nutzen und Vertrauen. Während das User Interface die Schnittstelle ist, über die ein Mensch mit der Anwendung interagiert, bestimmt UX maßgeblich, ob eine Anwendung akzeptiert und nachhaltig genutzt wird.
Unsere Arbeit orientiert sich dabei an etablierten Standards und Normen wie z.B. der DIN EN ISO 9241-210 und ISO 9241-11. Diese Normen bieten einen strukturierten Rahmen für eine nachvollziehbare und qualitätsgesicherte Entwicklung und Evaluation.
Unser wissenschaftliche Begleitforschung fokussiert sich auf die vorklinische Evaluation digitaler Gesundheitslösungen. Sie umfasst drei zentrale Perspektiven:
Erfolgreiche Gesundheitslösungen entstehen dort, wo Nutzerbedarfe, Akzeptanz und Evaluation gemeinsam gedacht werden. Wir unterstützen diesen Prozess im vorklinischen Bereich – methodisch fundiert, nutzerzentriert und evidenzbasiert – als Grundlage für weiterführende regulatorische Schritte.